Sehr geehrte Ausstellungsbesucherinnen und -besucher
Die Ausstellung, die den Künstlern aus der Romandie Ehre erweist, ist zugleich ein Ende und ein Anfang. Sie war ursprünglich als zehnte, abschliessende Ausstellung des Gönnervereins der Sammlung Suter vorgesehen. Wegen der Ausstellung „Kunst und Künstler in Oberhofen“ zum 875-Jahre-Jubiläum des Dorfes wurde sie auf 2009 verschoben. Jetzt ist sie die erste Ausstellung einer neuen Ausstellungsserie.
Zusätzlich zu den Werken der welschen Künstler werden Terrakotta-Plastiken und Zeichnungen des Thuner Bildhauers Ernst Schneider gezeigt. Wie in den ersten neun Ausstellungen präsentieren wir wieder ausschliesslich Werke aus unserem Sammlungsbesitz.
Gibt es eine typische Westschweizer Kunst? Es gibt sie nicht, doch zeichnen sich manche Werke von Künstlern aus der Romandie durch eine wohltuende Heiterkeit und Unbeschwertheit aus. Dies mag dem frankophilen Naturell vieler Westschweizer entsprechen.
Ferdinand Hodler lebte von 1872 bis zu seinem Tode im Jahre 1918 in Genf. Bei Barthélemy Menn erhielt er eine gute Grundausbildung. Dieser war mit Camille Corot befreundet und von ihm beeinflusst. Doch wirkte sich die Nähe zur französischen Kunst bei Hodler nicht aus. Er wurde bekanntlich zu einem kraftvollen Vertreter einer eigentlichen alemannischen Kunst. Demzufolge war sein Einfluss auf zeitgenössische Maler in der Romandie gering – ganz im Gegensatz zu seiner Vorbildsfunktion für Künstler in der Deutschschweiz. Wesentlichere Impulse empfingen die Maler der welschen Schweiz z.B. von Paul Cézanne. Eine kulturelle Leitfigur der Romandie war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Lausanner Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz. René Auberjonois und Alexandre Blanchet pflegten eine freundschaftliche Beziehung zu ihm. Beide Maler illustrierten Werke von Ramuz.
Im 20. Jahrhundert brachte die Romandie eine ganze Reihe bedeutender Schweizer Künstler hervor: René Auberjonois, Maurice Barraud, Hans Berger, Ernest Biéler, Alexandre Blanchet, Jean-François Comment, Charles Cottet, Ferdinand Hodler, Adrien Holy, Charles Edouard Jeanneret (Le Corbusier), Eugène Martin, Henry Roulet, Niki de Saint Phalle, Albert Schnyder, Louis Soutter, Jean Tinguely, Edouard Vallet, Félix Valloton u.a. Einige Künstler verlegten zudem ihren Wohn- und Arbeitsplatz von der deutschen in die welsche Schweiz, so der Zürcher Wilhelm Gimmi nach Chexbres (VD) und der Berner Gottfried Tritten nach Grimisuat (VS).
Es dürfte interessant sein, die besonderen kreativen Eigenschaften von 15 der obgenannten Künstler und einigen weiteren in der Ausstellung zu entdecken oder nachzuvollziehen. Wir wünschen Ihnen dabei viel Vergnügen.
Wir möchten Sie bei dieser Gelegenheit über drei Änderungen informieren:
- Der statutarisch auf fünf Jahre begrenzte Gönnerverein unserer Sammlung wurde am 1. Januar 2009 durch den neu gegründeten Förderverein abgelöst. Dadurch und mit der fortgesetzten Unterstützung durch die Gemeinden Oberhofen, Hilterfingen, Sigriswil und des Gemeindeverbandes Thuner Amtsanzeigers wird die weitere Ausstellungstätigkeit mit Werken aus unserer Sammlung im Wichterheergut möglich. Dafür danken wir bestens.
- Aus organisatorischen Gründen wird nur noch eine Ausstellung pro Jahr, dafür von längerer Dauer, durchgeführt.
- Die Bildstickereien von Else Ruckli-Stoecklin wurden ins Textilmuseum Sankt Gallen verlegt.
Allen Mitgliedern im alten und neuen Trägerverein danken wir für die grosszügige Unterstützung und den Vorstandsmitgliedern sowie unseren freiwilligen Helferinnen und Helfern im Kassen- und Hütedienst für ihre wertvolle Hilfe.
Neue Mitglieder im Förderverein sind herzlich willkommen. Falls Sie dem Verein (noch) nicht angehören und uns mit einer Mitgliedschaft beistehen möchten, bitten wir Sie um Kontaktnahme über unser Onlineformular, an der Ausstellungskasse oder mit uns (Lueg, CH-3617 Fahrni, Tel.: +41 (0)33 437 59 51, e-mail: info@sammlung-suter.ch).
Mit freundlichen Grüssen
Hans und Marlis Suter